Die Santorinerde ist den zuvor genannten Gesteinen sehr ähnlich. Sie kommt auf der Insel Santorin im griechischen Archipel vor. Auch sie ist ein vulkanisches Produkt und besteht im Wesentlichen aus Kieselerde und Tonerde. Die Santorinerde ist ein hervorragendes Material für hydraulische Mörtel und wurde in neuerer Zeit häufig bei Wasserbauten in Triest, Venedig und Fiume (Rijeka) eingesetzt. Äußerlich ähnelt sie stark dem Trass aus dem Brohltal. Die mit Santorinerde hergestellten hydraulischen Mörtel bleiben jedoch nur so lange hart, wie sie dauerhaft unter Wasser stehen; an Stellen, die abwechselnd nass und trocken werden, zerfallen sie mit der Zeit.
Für Wasserbauten unter dem Meeresspiegel ist eine Mischung von 7 Teilen Santorinerde mit 2 Teilen mit Meerwasser gelöschtem Kalk am besten geeignet. Für Bauten über dem Meeresspiegel, die ständig von Seewasser umspült werden, hat sich ein Verhältnis von 4 Teilen Santorinerde zu 1 Teil mit Süßwasser gelöschtem Kalk bewährt. Für Estriche in Gebäuden mit feuchten Mauern sowie für Terrassen und den Brückenbau empfiehlt sich ein Verhältnis von 3 Teilen Santorinerde zu 1 Teil mit Süßwasser gelöschtem Kalk.
(Weiteres über Mörtel aus Santorinerde findet sich in Tormin, R.: Zement und Kalk, ihre Bereitung und Anwendung zu baulichen Zwecken. Dritte Auflage. Leipzig, Verlag von Bernh. Friedr. Voigt.)