Stoffe, die die Eigenschaft besitzen, Kalk hydraulisch zu machen, nennt man Zemente. Der Begriff „Zement“ wird daher in zweierlei Bedeutung verwendet: Er bezeichnet entweder die Zuschlagstoffe, die dem Fettkalk beigemischt werden, um hydraulischen Mörtel zu erhalten, oder er steht für die hydraulischen Kalke selbst (letzteres entspricht dem heute üblichen Sprachgebrauch).
Zemente sind entweder natürlicher oder künstlicher Herkunft. Die natürlichen bestehen aus Kalk, Kieselerde sowie Alkalien und wurden von der Natur gebrannt. Künstliche Zemente werden durch das gezielte Mischen der Rohstoffe und anschließendes Brennen hergestellt.
Nicht alle Wasserkalke lassen sich nach dem Brennen löschen. Die Sorten, bei denen dies nicht möglich ist, ergeben feingemahlen ein mehr oder weniger stark hydraulisch wirkendes Bindemittel. Sie werden als Zementkalk, schwerer hydraulischer Kalk, „petit ciment“ oder „chaux pulverisée“ (Belgien) sowie als Romanzement („roman cement“) bezeichnet.
Im Gegensatz dazu nennt man löschbaren Wasserkalk „leicht“. Nur teilweise löschbare Kalke, bei denen das gelöschte Pulver und die unlöschbaren Kalksteine zusammen vermahlen werden, heißen gemischte Wasserkalke. Zemente stellen den wertvollsten Rohstoff für Wassermörtel dar; unter ihnen nimmt der Portlandzement die wichtigste Stellung ein.
Die Zemente und ihre Anwendungen:
Die folgenden Abschnitte behandeln die einzelnen Themen:
- Portlandzement — Herstellung, Prüfung und Mörtel
- Romanzement — römischer Zement
- Hydraulische oder Wasserkalke — löschbare und unlöschliche Kalke
- Verschiedene andere Zemente — Spezialzemente
- Anstriche auf Zementputzflächen — Putzanstriche
- Der Bindersche Polychromzement — farbiger Zement
- Zementestrich — Estrich
- Zementplatten — Platten
- Moniers Bauweise — Eisenbeton
- Zementbeton — Beton und Verwendungen
Verhältnissen aus Ton und Kalk zusammengesetzter Baustoff, welcher bis zum Sintern (beginnenden Schmelzen) gebrannt und dann gemahlen wird.