Kalkstein nennt man ein dichtes, körniges oder erdiges Gestein, das im Wesentlichen aus kristallinem Kalkspat von verschiedener Korngröße besteht.
In vollständig reinem Zustand ist das Gestein selten; in der Regel sind Beimischungen von kohlensaurer Magnesia, kohlensaurem Eisen- und Manganoxydul, Kieselsäure (als Quarz und Hornstein), Ton, Eisenoxyd, Eisenoxydhydrat usw., auch kohligen und bituminösen Stoffen vorhanden. Bei großem Gehalt an tonigen Beimengungen entstehen Mergel . Kalksteine von mehr als 70 Prozent Gehalt an kohlensauren Salzen kann man nicht mehr als Kalksteine ansehen. Bei großem Gehalt an kohlensaurer Magnesia gehen Kalksteine in Dolomite über; eine scharfe Grenze zwischen beiden besteht nicht.
Durch einen hohen Sandgehalt entstehen kalkige Sandsteine; in ihnen tritt der Kalk nur als Bindemittel zwischen den Sandkörnern auf. Je geringer der Gehalt an färbendem, fein verteiltem Eisenerz und an kohligen Stoffen ist, desto heller sind die Färbungen der Sandsteine. Die genannten Beimengungen erzeugen gelbe, rote, braune und graue Farben. Grüne Färbungen entstehen durch das Vorhandensein von feinen Chloritschuppen oder Serpentin. Vielfach sind die Farben nicht gleichmäßig verteilt, sondern in Streifen, Adern, Flecken, Flammen oder Wolken angeordnet.
Alle Kalksteine sind mehr oder weniger deutlich geschichtet. Bei den dichten Kalken ist die Schichtung meist gut erhalten, am regelmäßigsten und feinsten bei den als Lithografiesteinen verwendeten Solenhofer Kalksteinen.
Alle Kalksteine, mit Ausnahme der kieseligen, lassen sich leicht mit Hammer und Meißel bearbeiten, auch bohren und zersägen, Letzteres durch zahnlose Sägeblätter aus weichem Eisen mittels Wasser und Quarzsand.
Nach dem Gefüge der Kalksteine unterscheidet man:
- 1. Körnige Kalksteine oder echte Marmore genannt, zum Unterschied von dem Marmor der Technik, mit welchem Namen jeder politurfähige gefärbte oder ungefärbte, einfarbige oder bunte Kalkstein bezeichnet wird.
- 2. Dichter Kalkstein