Abschnitt 14

Kalktuffe

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Poröse Kalksteine sind vorzugsweise Ablagerungen aus Süßwasser, besonders von Quellen. Hierzu gehören hauptsächlich die Kalktuffe. Diese sind hellgrau, gelblich, feinkörnig oder erdig und lagern sich am Austritt kalkhaltiger Quellen der Kalkgebirge ab – bisweilen in so mächtigen Schichten, dass sie als Bausteine verwendet werden können, namentlich für Gewölbe. Das geringe spezifische Gewicht des Kalktuffs, seine leichte Bearbeitbarkeit, die Ermöglichung einer gesteigerten Lüftung und die gute Bindung mit Mörtel verleihen ihm vor anderen Baustoffen besondere Vorzüge. An der Luft erhärtet der Kalktuff sehr rasch. Lockere, eher sandige Kalktuffe dienen zur Mörtelbereitung. Röhrenartige Kalktuffe dienen vielfach zum Bau von Grotten, Bassins, zur Wegeinfassung in Ziergärten usw. (z. B. Greußener Grottensteine aus Greußen in Thüringen).

Zu den Kalktuffen gehört auch der Travertin , ein bei den Römern beliebter, vorzüglicher Baustein, der in der Campagna bei Rom und am Rande der Abruzzen gefunden wird. Er ist teils schalig, teils dicht und bildet im letzteren Fall einen gelblich-grauen, festen, splitterig brechenden Kalkstein , der von lang gestreckten, parallel verlaufenden Hohlräumen durchzogen wird. An der Luft erhärtet er allmählich immer mehr und nimmt dann an der Oberfläche eine dunklere, rötliche oder bräunliche Färbung an, die von der Bildung und Ausscheidung von Brauneisenstein herrührt.

Zellenkalke oder Rauchwacken sind löchrige, meist hell gefärbte dolomitische Kalke oder Dolomite, deren eckige Zellen und Poren von ausgelaugtem Kalkstein oder kohlensaurem Kalk herrühren. Sie finden sich häufig in Begleitung von Gips und Steinsalz in der Zechstein- und Muschelkalkformation und werden wie feste Kalktuffe verwendet.

Der Süßwasserkalk ähnelt den eigentlichen Kalktuffen. Er ist zum Teil dicht, zum Teil porös, auch erdig, und weist nicht selten alle drei Strukturformen nebeneinander auf.

Cerithienkalkstein ist ein hellgelber oder hellgrauer Kalkstein , bisweilen oolithisch oder dolomitisch, der im Mainzer Becken vorkommt und viele Muscheln, namentlich Cerithien (Cerithium), enthält. Dieser Stein wird in den Steinbrüchen von Oppenheim, Hochheim usw. in der Umgebung von Mainz gewonnen und für Bauzwecke, aber auch zur Düngung genutzt.

Guttensteiner Kalkstein ist ein schwarzer, splitteriger, meist dolomitischer Kalkstein bis Dolomit , der dem Muschelkalk der östlichen Alpen angehört. Er ist vielfach von weißen Kalkspatadern durchzogen, sehr hart und wird in Plattenform für Gedenktafeln und zum Belegen von Kanälen verwendet. Gebrannt liefert er einen brauchbaren Weißkalk.

Der Hallstätter Kalk ist ein den Ostalpen (Salzkammergut) angehöriger Kalkstein , der rotgelbe oder grünliche Färbungen in marmorartiger Flammung zeigt, sehr wetterfest ist und als sogenannter Hallstätter Marmor für Ornamente, Stufen, Platten, Kamine usw. Verwendung findet, meist aber nur zu kleineren Kunstgegenständen (Vasen usw.) verarbeitet wird.

Ein bläulicher Kalkstein der silurischen Formation Schwedens eignet sich vorzüglich für Fußbodenplatten, die als schwedische Fliesen in den Handel gebracht werden.

Die technische Verwendung des Kalksteins ist außerordentlich vielseitig. Die Eigenschaft des Ätzkalks, an der Luft und namentlich beim Vermischen mit Sand unter Aufnahme von Kohlensäure zu erhärten, führt zur Verwendung als Mörtel.

Die größte Verwendung finden die Kalksteine im Bauwesen. Außer Marmor werden auch nicht politurfähige Kalksteine zur Herstellung von Mauerwerk, besonders im Hochbau, verwendet. Poröse und dabei feste Kalksteine eignen sich für raues und behauenes Mauerwerk. Unter den Einflüssen der Witterung setzen sich allerdings leicht Flechten an, die zur Zerstörung des Steines beitragen. Auch spricht die geringere Frostbeständigkeit der porösen Steine gegen eine Verwendung im Freien. Polierter Kalkstein verliert in niederschlagsreichen Gegenden nach einigen Jahren seine Politur, wird matt und stumpf, und ein eventuell vorhandener Eisengehalt macht sich durch Flecken von Brauneisenstein bemerkbar. Aus diesen Gründen beschränkt man die Verwendung dieses Steines meist auf die Innendekoration.

Die Druckfestigkeit der Kalksteine schwankt zwischen 100 und 800 kg pro qcm bei gewöhnlichen Sorten; kieselige Kalksteine erreichen eine Druckfestigkeit von bis zu 1400 kg pro qcm. Ein Kubikmeter (cbm) dichter und kompakter Kalkstein wiegt bis zu 2750 kg, während poröse und oolithische Kalksteine bisweilen nur ein Gewicht von 1600 kg pro Kubikmeter aufweisen.

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