Trachyt. In einer dichten, häufig porösen und grauen Grundmasse finden sich Kristalle von glasigem Feldspat (Sanidin); die Grundmasse besteht aus denselben Stoffen wie die Kristalle, nämlich aus Feldspat. Trachyt ist ein grauer, guter, mit Mörtel leicht bindender Baustein, namentlich der feinkörnige. Weiche, erdige und zerreibliche Trachyte, sogenannte Domite, und solche mit sehr großen Feldspatkristallen verwittern leicht und sind als Bausteine nicht geeignet. Die Verwitterung der Kristalle gab z. B. bei den der Witterung am meisten ausgesetzten Teilen des Kölner Doms den Hauptanlass zur Zerstörung dieser Architekturteile.
Spezifisches Gewicht 2,25 bis 2,70. Die Farbe der Grundmasse ist aschgrau, rötlich oder bräunlich. Die Druckfestigkeit auf 1 cm² beträgt im Mittel 1200 bis 1300 kg.
Der Trachyt wird wegen seiner Rauheit für Treppenstufen, ansonsten auch für Säulen, Fenstersohlbänke, Gesimsen, Verblendungen, Ornamente und Pflastersteine verwendet.
Vorkommen: In der Nähe von aktiven oder erloschenen Vulkanen, wo er meist domförmige Berge bildet. In Deutschland im Siebengebirge (Stenzel und Wolkenburg; der alte Domsteinbruch vom Drachenfels ist verlassen), ferner in der Eifel und an der Lahn.
Aus derselben Masse wie Trachyt bestehen auch der glasartige Obsidian und der poröse Bimsstein. Beide Steine kommen als Ausflüsse oder Auswürfe von Vulkanen vor (Bendorf bei Koblenz, Liparische Inseln).
Bimsstein ist ein sehr poröser, schaumiger Obsidian (ein natürliches Glas), der in seiner chemischen Beschaffenheit dem kieselsäurereichen Trachyt entspricht. Der im Handel befindliche Bimsstein von Lipari ist hellgrau bis weiß, hat Seidenglanz, ist fein- und geradfasrig. Das spezifische Gewicht ist 2,377, das Raumgewicht dagegen durch die vielen Hohlräume nur 0,914 bis 0,4, sodass Bimsstein auf dem Wasser schwimmt. Er wird zum Abschleifen von Metall, Marmor und Holz gebraucht oder als Pulver zur Herstellung von Bimssteinpapier oder -leinwand verwendet.
Wo der Bimsstein in großen Mengen vorkommt, dient er auch als Baustein; er verbindet sich leicht mit Mörtel und ergibt ein sehr leichtes, dabei festes Mauerwerk, welches die Wärme schlecht leitet. Die am Niederrhein (Neuwieder Becken und Laacher See) vorkommenden Bimssteinbrocken werden mit Kalkmilch zu Schwemmsteinen verarbeitet. Auch zur Herstellung von Beton wird er benutzt.