Abschnitt 223

Der rheinische Trass

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Der rheinische Trass ist ein Bimssteintuff aus dem Brohltal bei Andernach. Er bildet ein gelblich-graues, lockeres Gestein, das direkt nach dem Abbau feingemahlen als Mörtelzuschlag dient. Durch lange Lagerung an der Luft und starkes Austrocknen verliert der Trass an Wirksamkeit. Dasselbe gilt für die Puzzolan- und die Santorinerde .

Trass ist ein natürliches Gesteinsmehl, das die Eigenschaft besitzt, zusammen mit Kalk und Wasser steinartig zu erhärten. Durch das Untermischen von Trass in Kalkmörtel wird dieser hydraulisch, kann also an der Luft und auch unter Wasser fest werden. Neben Trass können für denselben Zweck auch Ziegelmehl, Hochofenschlackenmehl oder andere tonerdehaltige Stoffe verwendet werden, die stark erhitzt wurden. Für sich allein, also ohne Kalk, reagieren diese Stoffe nicht mit Wasser.

Natürlicher Trass enthält 60 bis 80 Prozent Kieselsäure in meist löslicher Form. Der Rest besteht aus Tonerde, Eisenoxid und Alkalien.

Durch die Verbreitung und stetige Verbesserung der Zementherstellung beschränkt sich der Einsatz von Trass zunehmend auf die Regionen rund um die Abbaugebiete, wodurch er für die allgemeine Bautechnik an Bedeutung verliert.

Die Regel für die Anwendung von Trass lautet: Der für die Mörtelmischung vorgesehene Kalkbrei wird zu gleichen Raumteilen und bei Bedarf mit etwas Wasser gründlich mit dem Trass vermischt. Um die Kieselsäure aufzuschließen und wirksam zu machen, lässt man diese Mischung einige Tage ruhen, bevor die gewünschte Menge Sand und Kies hinzugefügt wird. Zusammen mit dem Sand gibt man dann noch einen halben Raumteil des verwendeten Kalkbreis an trockenem Trass hinzu.

Der Einsatz von Trass spart bei gleicher Festigkeit 25 bis 50 Prozent der Kosten im Vergleich zu Zement.

Verbesserung des Zements für Seewasserbauten durch den Zusatz von Trass . Die viel diskutierte Frage, wie man Portlandzement gegen die Einwirkung des Seewassers widerstandsfähig machen kann, hat Gary in den Königlichen Technischen Versuchsanstalten in Berlin erneut untersucht. Er kommt durch zahlreiche Versuche zu dem Schluss, dass – was oft behauptet und ebenso oft bestritten wurde – ein Zusatz von Trass dem Portlandzement im Meerwasser tatsächlich eine längere Haltbarkeit verleiht.

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