Abschnitt 20

Granit

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Granit ist ein körniges Gestein, das aus Quarz, Feldspat und Glimmer besteht. Von dem aus denselben Mineralien zusammengesetzten Gneis unterscheidet sich der Granit durch seine nach allen Seiten hin richtungslose körnige Struktur. Die Glimmerblättchen sind nicht wie beim Gneis parallel angeordnet, sondern regellos verteilt.

Die regellos körnige Struktur der Granite wird nur in seltenen Fällen abgewandelt. Sind die Glimmerblättchen parallel angeordnet, entstehen Übergänge in Gneis ; bilden einzelne Bestandteile größere Kristalleinschlüsse in einer äußerlich gleichmäßig beschaffenen Grundmasse, so entsteht Granitporphyr.

Die Größe des Korns schwankt gewöhnlich zwischen 1 und 5 mm. Außergewöhnlich grobkörnige Gesteine werden als Riesengranite bezeichnet.

Die Verwendungsart des Granits ist durch seine Färbung, seine Politurfähigkeit, seine Festigkeit und seinen Widerstand gegen Zersetzung und Verwitterung bestimmt.

Die Färbungen des Granits werden im Allgemeinen durch die Farbe des Feldspats und des Glimmers bestimmt.

Die Politurfähigkeit des Granits beruht darauf, dass die Härte der beiden Hauptbestandteile nicht weit auseinanderliegt (6 bis 7). Stark verwitterte Feldspate verhindern eine schöne Politur ebenso wie der Glimmer, welcher keine Politur ammonit. Eine zu große Häufigkeit von Glimmer im Gestein macht das Schleifen und Polieren unmöglich.

Die hohe Druckfestigkeit des Granits wird durch den hohen Quarzgehalt sowie durch die Frische des beigemengten Feldspats bedingt. Die Druckfestigkeit der Granite beträgt 1000 bis 1500 kg pro qcm, in seltenen Fällen sogar über 2000 kg.

Schiefrige oder durch Druck veränderte Granite widerstehen Belastungen und mechanischem Zerfall weit weniger als unveränderte Gesteine.

Gegenüber Diabas und Basalt stehen die Granite in ihrer Eignung für den Straßenbau (Pflaster und Schotter) zurück; die Abnutzung ist hier größer. Dagegen bleibt die Oberfläche von Granitplatten stets rau und der Reibungswiderstand groß, was die Verwendung für Gehwegplatten, Hausflure usw. begünstigt. Für die Herstellung von Tragschichten (Packlagen) für Straßen besitzt Granit aufgrund seiner Festigkeit and Witterungsbeständigkeit große Vorzüge. Insbesondere wegen dieses hohen Widerstands gegen Verwitterung eignet sich Granit für Wasserbauten, Sockel, Treppenstufen, Bordsteine, Tür- und Fenstergewände, Fußböden, Mauerverkleidungen usw.

Die Verwitterung des Granits liefert einen lockeren Grus und Sand, der zur Beschotterung von Fußwegen und Bahnsteigen sowie zur Mörtelbereitung verwendet wird.

Bei vollständiger Verwitterung des Granits entsteht quarzreicher Kaolin (Porzellanerde), der je nach Reinheit zur Herstellung von Porzellan, Schamottesteinen oder Ziegeln verwendet wird.

Granitfindlinge sind heute meilenweit um Berlin herum kaum noch zu finden, da die rege Bautätigkeit in und um Berlin längst alle derartigen Steine aufgebraucht hat. Heutzutage werden die Granitwerksteine aus schlesischen und sächsischen Steinbrüchen, aus dem Fichtelgebirge, dem Bayerischen Wald, dem Odenwald und sogar aus Schweden bezogen. In Schlesien ist es besonders die Striegauer Gegend, die Berlin mit Granit für Gehwegbeläge, Bordsteine usw. versorgt. Auch der Strehlener Granit findet Verwendung.

Im Riesengebirge liefert hauptsächlich die Gegend um Fischbach Granit nach Berlin. Der rote Granit von Meißen an der Elbe wird häufig für polierte Arbeiten, Säulen, Denkmalsockel usw. verarbeitet. Der Granit aus den Steinbrüchen des Fichtelgebirges und des Bayerischen Waldes wurde beispielsweise beim Reichstagsgebäude und an der Fassade des Equitable-Palasts verwendet, ebenso die Granite des Odenwaldes, z. B. beim Neubau des Reichspostamtes. Schwedischen Granit bezieht Berlin vorzugsweise aus den Steinbrüchen nahe Göteborg und Karlskrona.

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