1. Mittel gegen das Schwinden und Quellen des Holzes.
Die Hauptmittel, die mehr oder weniger Erfolg aufweisen, sind: zweckmäßige Bearbeitung und Verbindung des Holzes, eine sachgemäße Austrocknung, äußerer Schutz gegen Feuchtigkeit sowie die Beseitigung von Stoffen und Ursachen, welche die Feuchtigkeit begünstigen.
Zweckmäßige Bearbeitung und Verbindung des Holzes.
Mit Rücksicht auf das über das Schwinden in Längs-, Radial- und Sehnenrichtung Gesagte lässt sich das Schwinden und Verziehen so weit wie möglich einschränken, wenn man die Bearbeitung danach ausrichtet. Das spiegelgeschnittene Holz schwindet weniger als das in Sehnenrichtung geschnittene.
Balken, die auf der einen Seite mehr Kernholz und auf der anderen mehr Splintholz haben, krümmen sich mit dem Kern nach oben; man verlegt sie deshalb mit dem Kern nach oben, damit das Eigengewicht des Holzes und die Belastung der Krümmung entgegenwirken. Aus demselben Grund verlegt man bei der Verwendung von Ganzholz die Nordseite, auf der die Jahresringe enger stehen, nach oben. Für Fußböden verwende man möglichst schmale Bretter (Riemen) oder möglichst kleine Parketttafeln, da sich dann nur schmale Fugen bilden können. Für größere Platten wähle man zwei Tafeln, deren Fasern sich kreuzen. Zersägt man ein Holzstück in mehrere Teile und leimt diese wieder zusammen, wird das Schwinden und Quellen verringert.
Das Austrocknen.
Nach dem Fällen muss das Holz an der Luft gehörig ausgetrocknet werden, da saftiges, grünes Holz viel schneller fault als trockenes. Dieses Austrocknen, das übrigens den Saftgehalt stark verringert und deshalb sehr wichtig ist, geschieht in der Weise, dass man den Holzvorrat in rechtwinklig übereinanderliegenden Lagen aufstapelt, sodass die Luft ihn frei durchströmen kann. Zum Schutz vor Sonne und Regen ist es erforderlich, namentlich bei geschnittenen Hölzer, den Vorrat mit einer leichten Bedachung zu versehen. Um zu verhindern, dass sich die Feuchtigkeit des Bodens dem Holz mitteilt, darf man Letzteres nie unmittelbar auf den Boden legen. Gebohrte Rohre und Holz, das noch zu Rohren ausgebohrt werden soll, bewahrt man am vorteilhaftesten unter Wasser auf, um die Entstehung von Trocknungsrissen, die das Holz völlig unbrauchbar machen würden, zu vermeiden.
Tafel taf-22 (noch nicht verfügbar)
Bei gesundem Holz genügt schon eine Lufttrocknung, indem man das gefällte Holz so aufstapelt, dass die Luft von allen Seiten an das Holz gelangen kann. Damit die Stirnenden (Hirnenden) nicht rissig werden, bestreicht man sie mit Teer oder benagelt sie mit Dachpappe usw. Frisch gefälltes Holz enthält etwa 50 Prozent Wasser, waldtrockenes etwa 25 Prozent und in Schuppen gelagertes nur 15 bis 20 Prozent.
Ein besseres Ergebnis wird durch das Dörren erreicht, indem man künstliche Wärme von 50 bis 100 Grad anwendet. Entweder lässt man die Verbrennungsgase direkt mit dem Holz in Berührung kommen, oder man leitet erwärmte Luft an das Holz heran, oder wendet zusätzlich ein täglich dreimaliges Dämpfen an, um ein zu rasches Austrocknen und das daraus folgende Reißen und Springen des Holzes zu verhindern.
Das Stapeln der Bretter und Pfosten. Das Stapeln der Schnitthölzer kann unter Verwendung der verschiedensten Zwischenlagen stattfinden; meistens benutzt man hierzu gewöhnliche, dünne Holzleistchen. Da vom fachgerechten Stapeln der Erfolg des Trocknens abhängt, ist es äußerst vorteilhaft, die Zwischenleisten auf beiden Seiten gegenseitig versetzt auszuführen, wie , , zeigt. Hierdurch wird eine Luftzirkulation zwischen den Brettern oder Pfosten in deren Längsrichtung geschaffen, was sehr zur schnelleren Austrocknung und guten Konservierung der Hölzer beiträgt.
Über die Aufbewahrung von Werkholz mit oder ohne Rinde. Wenn Holz mit der Rinde aufbewahrt wird, hat dies den Zweck, den Stamm vor dem Aufreißen, also vor Längsrissen, zu schützen, da die Austrocknung nur allmählich erfolgt. Die meisten Nadelhölzer vertragen den ständigen Wechsel von Nässe und Trockenheit sehr schlecht, wenn sie im Freien aufgestapelt liegen. Wird der Stamm entrindet, verdunstet die natürliche Feuchtigkeit rasch, und man muss dafür sorgen, dass die Hölzer vor Nässe, Hitze und Temperaturschwankungen geschützt werden.
Der Nachteil des Nichtentrindens besteht darin, dass sich unter der Rinde Würmer usw. ansiedeln, wodurch der Stamm in kurzer Zeit unbrauchbar werden kann. Zudem besteht die Gefahr, dass das Holz unter der Rinde stockig und brüchig wird.
Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn im Winter gefälltes Holz bis zum Sommer so in der Rinde belassen wird, dass diese nur mit der Axt in kurzen Abständen stellenweise entfernt wird. Der größte Teil der Feuchtigkeit verdunstet dann allmählich.
Sowohl bei geschnittenen Sägeblöcken wie bei Langholz ist es notwendig, die beiden Endflächen mit einem ausreichend großen Brett zu benageln, um das Aufreißen zu verhindern. Man kann auch auf die Stirnflächen ein starkes Papier mit Käseleim (aus Quark und Kalk) aufkleben, was ebenfalls das lästige Aufspringen verhindert.
Zum Trocknen der Dielen werden diese mit in recht engen Abständen eingelegten Lattenstücken aufeinandergeschichtet und am besten auf einem Dachboden mit nur mäßigem Luftwechsel aufbewahrt. Mittels sogenannter Schraubzwingen werden die Bretter dann fest aufeinandergepresst. Die am Stamm ringsum entstandenen Risse setzen sich in den so behandelten Dielen nicht fort; dies wäre jedoch der Fall, wenn man den Stamm so lange der Luft ausgesetzt ließe, bis er in getrocknetem Zustand geschnitten werden könnte.
Das Auslaugen.
Die feuchtigkeitsanziehenden Saftbestandteile des Holzes können zweckmäßig durch Auslaugen entfernt werden, und zwar entweder:
- mit kaltem Wasser,
- mit siedendem Wasser oder
- mit Dampf.
- Bei der Auslaugung mit kaltem Wasser wird das roh bearbeitete Holz in fließendes Wasser gebracht, wobei das Zopfende stromabwärts zeigt. Die Dauer des Auslaugens beträgt bei Weichholz einige Monate, bei starken Eichenstämmen zwei Jahre. Durch das Zerkleinern der Hölzer wird das Auslaugen beschleunigt. Auch durch das Flößen der Hölzer findet ein Auslaugen statt, wenn auch kein vollständiges. Wenn Nadelhölzer zu lange im Wasser liegen, geht der Harzgehalt verloren, wodurch Elastizität und Dauerhaftigkeit beeinträchtigt werden.
- Das Auslaugen in siedendem Wasser wird nur bei kleineren Stücken in eisernen Kesseln oder Zylindern durchgeführt. Je nach Dicke des Holzes dauert dieses Auslaugen 6 bis 12 Stunden. Größere Holzstücke bringt man in dicht aus Bohlen zusammengefügten Kästen unter und erhitzt das Wasser durch Wasserdampf.
- Das Auslaugen mit Dampf bewirkt die Entfernung der Saftbestandteile nicht nur am sichersten und schnellsten, sondern verbessert auch die Beschaffenheit des Holzes. Die Anlage besteht aus einem Dampfkessel und einem Kasten aus Bohlen, Zementmauerwerk oder Eisen zur Aufnahme des Holzes, in den man den Dampf durch ein mittels Hahn verschließbares Rohr einströmen lässt. Der 60 bis 70 °C heiße Dampf dringt in die Poren des Holzes ein, löst dessen Saftbestandteile auf, kondensiert und fließt als Wasser mit den gelösten Stoffen ab, während ständig neu eindringender Dampf die Auslaugung fortsetzt.
In den meisten Fällen bleibt beim Dämpfen des Holzes das Gerinnen (Koagulieren) der Eiweißstoffe jedoch auf die Oberfläche beschränkt. Ein dauerhafter Erfolg kann nur erzielt werden, wenn man das Hinzutreten neuer Keime verhindert, was durch antiseptische (fäulniswidrige) Mittel geschieht. Aus diesem Grund wendet man das Dämpfen heute meist nur noch als Vorbereitung für das antiseptische Verfahren an.
Das ausgelaugte Holz wird dann entweder im Freien oder in geheizten Räumen (Trockenstuben) getrocknet, wobei es keine oder nur wenige kleine Risse bekommt. Das aus dem Kasten entnommene, noch warme Holz lässt sich beliebig biegen und behält nach dem Abkühlen und Trocknen die gebogene Form bei.
Die Poren des ausgelaugten Holzes werden zweckmäßig durch Talg, Harz, Salzlösungen usw. wieder geschlossen.









