Betonfundamente eignen sich namentlich da, wo schlechter Baugrund (Triebsand, Moor usw.) vorhanden ist, oder wo die Gebäude der Hochwassergefahr wegen hochgelegt werden müssen. Wichtig ist ferner die Betonbauweise für Fundamente von Betriebs- und Arbeitsmaschinen, da von einem durchaus starren Fundament der ruhige Gang der Maschine abhängt.
Will man bis oben hin betonieren, so braucht nur die unterste Schicht wasserundurchlässig zu sein; die oberen Schichten können aus einem mageren Beton bestehen. Solcher Beton kann bestehen aus:
| Zement | Sand | Steinschlag |
|---|---|---|
| 1 Teil Zement | + 3 Teilen Sand | + 5 Teilen Steinschlag oder |
| 1 Teil Zement | + 3 Teilen Sand | + 6 Teilen Steinschlag |
| 1 Teil Zement | + 4 Teilen Sand | + 8 Teilen Steinschlag |
Der Steinschlag soll keine größeren Stücke als 8 ccm enthalten.
Herstellung wasserdichter Keller. Hierzu eignet sich der Beton ganz besonders. Der Anschluss des Betonfußbodens an die Mauern bzw. Pfeilerfundamente muss durchaus wasserdicht sein.
Isolierung gegen Grundluft bzw. Grundwasser. Eine Betonschicht von mindestens 10 cm Höhe mit einem Zementzusatz von $1:5$ eignet sich vortrefflich als Isolierschicht unter den Fußböden von Wohnräumen, welche nicht unterkellert sind. Maßgebend sind namentlich Gesundheitsrücksichten. Ein besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die Wohnräume gegen die aus dem Erdreich aufsteigenden Gase luftdicht abgeschlossen werden, da ein Haus ähnlich wie die Glasglocke einer Luftpumpe wirkt. Indem die Räume des Hauses durch die Nutzung erwärmt werden, tritt eine Verdünnung der in ihnen enthaltenen Luft ein und die Gase werden aus der Erde gewissermaßen in die Räume hineingesaugt. Da sich nun aber in einer bestimmten Tiefe der Erdschichten Fäulnisprozesse vollziehen, je nach dem Steigen und Fallen des Grundwassers (besonders natürlich nach Letzterem), so erscheint die obige Anordnung durchaus angebracht.
Betonbauten über Wasser dürfen während ihrer Erhärtung nicht zu schnell austrocknen; ebensowenig dürfen sie während dieser Zeit zu sehr der Hitze oder Kälte ausgesetzt werden. Zur Vermeidung von Rissen werden sie gegen Hitze und Trockenheit durch feuchte Tücher oder dergleichen und gegen Frost durch Bedecken mit Sand usw. wenigstens 8 Tage lang geschützt.
Beton-Gussmauerwerk. Nicht so gleichmäßig und weniger fest als Stampfbeton ist das Beton-Gussmauerwerk, bei welchem flüssiger Zementmörtel lagenweise in die Formkästen eingegossen und in jede Lage Steinbrocken eingedrückt werden. Wenn die Schicht 50 bis 60 cm Höhe erreicht hat, wird sie leicht festgestampft. Solider ist es, die Mauer aus vorher hergestellter Betonmasse anzufertigen. Die Betonlagen werden in Schichten von 10 bis 30 cm Höhe eingebracht und gut festgestampft. Die Formen mit den dazugehörigen Ständern werden jetzt vielfach mit leicht lösbaren Verbindungen ganz aus Eisen hergestellt.
Wohnhäuser aus Beton. Nicht nur einzelne Bauteile, sondern ganze Wohnhäuser lassen sich aus Beton herstellen. Nach Aufstellung der Leitständer und Anbringung der Formtafeln wird der Raum zwischen den Formtafeln mit Beton ausgefüllt; alsdann werden die Formtafeln von den Leitständern abgelöst, gehoben und wieder befestigt, sodann die neue Betonlage eingebracht und so fort. Schließlich sind die Leitständer höher zu rücken. Um möglichst glatte Wandflächen zu erhalten, kann man die Formtafeln innen glasieren. Für die Ecken benutzt man besondere Winkelplatten und für die Maueröffnungen besondere, mit den Formtafeln verbundene Brettformen oder Einfassungen aus Ziegeln oder Betonquadern.
Wohnhäuser aus Beton sind in der Umgebung von Berlin, in Salzburg und Reichenhall, in England usw. ausgeführt worden. Als Vorzüge werden angeführt: schnelle Ausführung, Schutz gegen Schlagregen und Feuchtigkeit bei dickeren Außenwänden, Feuerbeständigkeit, Dauerhaftigkeit bei Verwendung guten Zements, geringe Unterhaltungskosten, Schutz gegen Ungeziefer usw. Nachteile sind: Feuchtigkeit und Kälte bei zu dünnen Außenmauern, geringe Haltbarkeit in Ländern mit heißem und trockenem Klima, schwere Ausführbarkeit späterer Umänderungen usw. (Handbuch der Architektur, III. Teil, 2. Band, Heft 1, S. 128 bis 145.)
Betonestriche. Ihre Herstellung geschieht ebenso wie bei den Zementestrichen. Der Belag wird zweckmäßig nicht aus einer einzigen zusammenhängenden Masse gebildet, sondern aus 2 bis 4 qm großen Stücken, die durch elastische Stoffe wie Asphaltpappe, Holzstäbe usw. voneinander getrennt werden.
Decken aus Beton. Betongewölbe werden auf Schalungen über Lehrbögen zwischen eisernen Trägern ausgeführt. Betondecken verlangen eine durchaus feste Unterlage; bei nachgiebiger Unterlage wird der Beton rissig.
Eine gute Herstellungsweise von Betondecken, welche einen reicheren Anstrich erhalten sollen, besteht darin, dass die Verschalung mit einem Gipsüberzug versehen wird, auf welchen zunächst ein sogenannter „Vorguss“ aus fettem Zementmörtel aufzubringen ist. Hierauf wird dann erst der Beton aufgestampft. Man erhält auf diese Weise nach Abnahme der Verschalung glatte Deckenflächen, welche unmittelbar mit Leimfarben gestrichen werden können.
Betongewölbe zwischen Eisenträgern sowie zwischen gemauerten oder betonierten Widerlagern haben den großen Vorteil, dass sie selbst bei sehr starken Belastungen mit verhältnismäßig flachem Bogen und geringer Scheitelstärke ausgeführt werden können, sodass gegenüber den Backsteingewölben an Konstruktionshöhe oder an Raum gewonnen wird. Außerdem sind bei diesen Betoneinwölbungen die tragenden Kappen und der Fußboden in einer Konstruktion vereint, während ein Steingewölbe immer noch mit Lagerhölzern und Dielung überdeckt sein muss. Zementbetongewölbe sind tragfähiger als Steingewölbe und werden für alle Spannweiten von 0,5 bis 6 m und darüber ausgeführt.
Bimssandbetondecken. Bimssand und Bimskiesel eignen sich vorzüglich zur Herstellung von Betonarbeiten. Ein gutes Mischungsverhältnis ist: 5 Teile Bimskies, 3 Teile Rheinsand, 1 Teil Zement (und zwar $1/2$ Teil Portlandzement und $1/2$ Teil Puzzolanzement), wie es für die Ausführung von flachen Betondecken von 10 bis 12 cm Stärke zwischen Eisenträgern, welche ca. 0,90 bis 1,0 m voneinander entfernt liegen, beim Neubau des Provinzial-Museums in Bonn angewendet wurde. Der Bimskies war von verschiedener Korngröße, bestand also nicht aus durchweg groben Stücken, sondern enthielt auch so viel feinkörniges Material bzw. Bimssand, dass eine gleichmäßige Mischung erzielt werden konnte, die weder zu viele Hohlräume noch eine zu enge Lagerung der Bimskörner aufwies.
Betonbalken. Anstelle der herkömmlichen Holzbalken und T-Träger nimmt man jetzt auch Betonbalken zum Bau massiver Häuser, welche wirkliche Feuersicherheit bieten. Diese Betonbalken sind eine einfache Konstruktion, sie sehen eigentlich nicht anders aus als dicke Gips- oder Zementdielen, und in Wirklichkeit ist die Masse (außer der Einlage) auch nur Gips- oder Zementbeton . — Die Herstellung geschieht auf Grund statischer Berechnung. Da in letzter Zeit der Eisenmangel fühlbarer wird und man massive Häuser auch nicht mehr mit Holzgebälken oder hölzernen Dachstühlen versieht, so ist der Betonbalken ein Baustoff, der im Bauwesen zweifellos eine große Zukunft hat, und zwar umso mehr, als er nicht teurer als ein Holzbalken ist. Die Deckenflächen zwischen und die Bodenflächen oberhalb dieser Betonbalken können ohne Schwierigkeit ebenso massiv ausgeführt werden, Letztere auch direkt mit Holzböden. (Rheinische Baufach-Zeitung 1899, S. 325.)
Betonbauten unter Wasser. Während des Einschüttens der Betonmasse in die Baugrube und noch 24 Stunden länger soll Letztere möglichst trocken gehalten werden. Durch das Feststampfen wird eine größere Festigkeit, Gleichmäßigkeit und Dichtigkeit des Betons erzielt. Die Herstellungskosten solcher Fundamente werden billiger, weil man in diesem Fall einen magereren Beton benutzen kann. Die Wasserdichtigkeit lässt sich durch Zusätze von hydraulischem Kalk erhöhen. Man benutzt schnell bindenden Zement, und zwar in einer Mischung von $1\frac{1}{2}$ Teilen Zement, $2\frac{1}{2}$ Teilen Sand und 4 Teilen Steinschlag; soll der Beton besonders fest werden, dann besteht die Mischung aus 1 Teil Zement, 2 Teilen Sand und 2 Teilen Steinschlag. Die unterste Schicht von etwa 40 cm Höhe wird aus noch fetterer Masse hergestellt.
Betonblöcke werden in der Größe von 2 bis 100 cbm hergestellt und namentlich für Hafenbauten verwendet. Die Betonblöcke müssen durchaus frei von Rissen sein, damit das Wasser nicht in dieselben eindringen kann. Um die Betonblöcke so wasserdicht wie möglich zu machen, werden sie außen aus einer fetteren Mischung hergestellt als im Inneren. Durch die Verwendung von Betonblöcken wird die Bauzeit verkürzt; aber wegen der vielerlei Maschinen wie Hebewerkzeuge, Krane usw. wird das Bauen erheblich verteuert.
Die Herstellung künstlicher Steine aus Beton geschieht ebenso wie bei den Zementsteinen, indem die Betonmasse in Holz- oder Eisenformen geschüttet und gestampft wird. Die äußere Umhüllung des Betonstücks wird zur Vergrößerung der Wasserdichtigkeit mit einer fetteren Betonmasse (1 Teil Zement und 2 bis $2\frac{1}{2}$ Teilen Sand und nur wenig Kies) hergestellt.
Betonröhren. Betonröhren werden ebenso wie Zementröhren hergestellt. Die Mischung besteht aus 1 Teil Zement (Portland-, Roman- oder Schlackenzement), 2 Teilen Sand und 3 bis 4 Teilen Kies von 2 bis 3 cm Korngröße.