Falzziegelpresse für Hand- oder Dampfbetrieb (Schlittenpresse).
, , zeigt eine Falzziegelpresse der Firma E. Fritsch & Co., Maschinenbau-Kom.-Ges. in Halle an der Saale, die entweder mit einem Handschwungrad oder mit zwei Antriebsscheiben (lose und fest) geliefert wird. Die beiden Rädervorgelege, die den gleichmäßigen Auf- und Niedergang des Pressbalkens bewirken, befinden sich innerhalb des gusseisernen Pressenständers; es kann also kein Abfallton in die Zahnräder fallen. Die Presse arbeitet abwechselnd mit zwei Formen, die rechts und links auf der Kippstange hin- und hergleiten; es sind demnach auch zwei Personen zur Bedienung erforderlich. Während die eine Form mit dem Tonkuchen belegt wird, wird gleichzeitig ein Falzziegel gepresst. Sobald dies geschehen ist, wird die Form mit dem fertigen Ziegel hervorgezogen, der andere Arbeiter schiebt sofort seine vorbereitete Form unter, und während die Pressung erfolgt, wird die herausgezogene Form durch Umkippen entleert, ein neuer Tonkuchen aufgelegt usw. Auf dieser Presse können Falzziegel beliebigen Formats hergestellt werden. Im Allgemeinen finden sie vorwiegend Verwendung zur Herstellung von Firstziegeln und halben Ziegeln, weshalb sie in großen Betrieben aufgestellt werden, um die großen Revolver-Falzziegelpressen zu entlasten.
Tafel taf-17 (noch nicht verfügbar)
Eine solche Revolver-Falzziegelpresse der Firma E. Fritsch & Co. in Halle an der Saale ist in , , dargestellt. Eine Oberform wirkt abwechselnd auf fünf Unterformen, die auf einer Trommel befestigt sind. Nach jeder Pressung wird die Trommel mithilfe des großen Stirnrades und des sogenannten Sterns selbsttätig um $1/5$ gedreht, sodass wieder eine frisch belegte Form unter der Oberform steht. Bis zur vollendeten Pressung wird die Trommel in dieser Stellung mittels einer Schleifkranzvorrichtung festgehalten. Dieser Vorgang wiederholt sich in der Minute etwa 7- bis 10-mal, je nach Wunsch des Bestellers. Diese Maschine eignet sich für leichtere Tone, während für sehr schweren Ton die in , , dargestellte schwere Revolver-Falzziegelpresse zu verwenden ist.
Der Druck auf die Pressform erfolgt hier mittels eines speziell konstruierten Exzenters. Hierdurch wird zweierlei erreicht: Erstens ist der Druck nicht kurz, sondern länger anhaltend; zweitens ist der Druck doppelt, indem durch den Exzenter zuerst ein Druck auf die Masse ausgeübt wird, worauf eine kurze Ruhepause eintritt, in der die in der Form noch vorhandene Luft entweichen kann, und schließlich der zweite Nachdruck erfolgt, durch den der Ziegel endgültig geformt wird – all dies bei einer einzigen Umdrehung des Exzenters.
Rautenziegel sind quadratisch (etwa 28 bis 33 cm Seitenlänge) mit zwei aufwärts und zwei abwärts gebogenen Falzen. Sie sind an der oberen Ecke mit einer Nase versehen und bieten ein gefälliges Aussehen. Bei der Verwendung verschiedenfarbiger Glasuren auf der Oberfläche lässt sich eine reiche Musterung des Daches erzielen.
Schuppenziegel werden jetzt in der Regel als Falzziegel konstruiert und eignen sich besonders zum Eindecken von Kegeldächern kleinerer runder Türme und dergleichen.
Lichtziegel besitzen einen Ausschnitt mit Falz zur Aufnahme der Verglasung; sie dienen dem Lichteinfall für den Dachraum.
, , zeigt einen Lichtziegel zum Einsetzen einer Glasscheibe. Zudem werden von verschiedenen Ziegeleien Hartguss-Glasziegel vorrätig gehalten, die in Format, Größe und Falzen exakt zu den Doppelfalzziegeln passen.
, , zeigt eine Dachgaube zur Belichtung bzw. Lüftung des Dachbodens; sie ist so groß wie ein Ziegel und passend zu den Falzen des Doppelfalzziegels geformt.























