Der Korkstein wurde 1879 erfunden und von der Firma Grünzweig & Hartmann in Ludwigshafen am Rhein erstmals industriell hergestellt. Seither wurde das Produkt stark verbessert. Am 25. April 1880 erhielt die Firma das Patent Nr. 13107 auf die Herstellung künstlicher Steine aus Kork, gefolgt von einem weiteren Patent am 1. Juli 1891.
Der hellgraue Korkstein besteht aus zerkleinertem Kork und einem mineralischen Bindemittel. Er verströmt anfangs einen leichten Phenolgeruch, der nach dem Verputzen verfliegt, im Inneren jedoch das Einnisten von Ungeziefer dauerhaft verhindert.
Das spezifische Gewicht liegt bei 0,23 bis 0,25. Ein Normalstein ($25 \times 12 \times 6,5\text{ cm}$) wiegt ca. 500 g. Er ist zäh-elastisch und widerstandsfähig. Man kann ihn sägen und nageln wie Holz. Da er sich gut mit allen Mörteln (Kalk, Gips, Zement) verbindet, feuchtigkeitsbeständig ist und Temperaturwechsel verträgt, ist er universell einsetzbar. Er nimmt Wasser kaum auf, und selbst wenn er unter Wasser getaucht wird, trocknet er an der Luft ohne Festigkeitsverlust wieder vollständig ab. Er kann somit Regengüsse auf der Baustelle oder während des Transports ohne Schaden überstehen. Es empfiehlt sich jedoch, ihn trocken zu lagern, um das Sägen und Nageln zu erleichtern.
Beim Einsatz in Eiskellern oder bei dauerhafter Feuchtigkeit ohne Abtrocknungsmöglichkeit schützt man den Korkstein durch Bestreichen mit heißem Pech, durch Dachpappe oder Holzzement.
Im Brandfall erweist sich Kork als weitaus besserer Schutz als Holz. Er brennt nicht direkt, sondern verkohlt oberflächlich und bildet eine schützende Rußschicht, die das Weiterbrennen verhindert. Da beim Korkstein jedes Korkteilchen mineralisch umhüllt ist, glimmt das Material nach Entfernen der Brandquelle nicht nach. Mit einem Bunsenbrenner lässt es sich zwar oberflächlich ankohlen, fängt aber kein Feuer.
Korkstein eignet sich hervorragend für nicht tragende Wände, leichte Gewölbe, als Dämmung unter Dächern von Fabriken, zur Unterpflasterung kalter Fußböden, für Holzzementdächer, zur Innendämmung von Außenwänden, Fensterbrüstungen, Speisekammern, Kühlräumen, Heiz- und Trockenkammern sowie zur Isolierung von Schornsteinen, Kanälen und Dampfleitungen.
In der Fachliteratur (z. B. „Nöthling, Die Eiskeller“, 1896) beschriebene Nachteile bezogen sich auf ein altes, seit 1891 nicht mehr hergestelltes Fabrikat. Das neuere Produkt (D. R. P. Nr. 68532) ist deutlich leichter, fester und wasserbeständiger und den Konkurrenzprodukten aus Papierkork weit überlegen.
Die Einsatzmöglichkeiten sind weitaus größer als derzeit genutzt. Sogar ganze Wohnhäuser im Fachwerkstil lassen sich damit von außen verkleiden, sodass vom Holzgerüst nichts mehr zu sehen ist. Die Holzständer ($16 \times 16\text{ cm}$) werden mit dem Fundament verankert, die Außenwände mit 5 bis 6 cm starken Korkplatten verkleidet und direkt mit hydraulischem Kalkmörtel verputzt. Innenwände und Decken werden klassisch verschalt und verputzt, während Zwischenwände komplett aus Korkstein errichtet werden können. Nur die tragenden Mittelmauern und Schornsteine müssen massiv gemauert werden.
Korksteine sind auch mit einer Feuerschutzkruste oder für Keller und Eishäuser in asphaltierter Ausführung erhältlich.
Schwarze wasserdichte Korkplättchen von Grünzweig & Hartmann in Ludwigshafen a. Rh. Diese asphaltierten Platten ($20 \times 20\text{ cm}$, 1,5 bis 2,5 cm stark) eignen sich für Bereiche mit hoher Bodenfeuchtigkeit und Belastung, etwa im Keller oder unter Maschinenfundamenten.
Infusoritkork von Rheinhold & Co. in Hannover. Die Infusoritkorksteine und -platten dieser Firma zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht (ca. 0,25) aus. Sie sind zäh-elastisch, nagel- und sägbar, lassen sich hervorragend verputzen und sind dank der mineralischen Kieselgur-Beimischung absolut feuersicher. Sie sind witterungsbeständig und dämmen hervorragend gegen Schall und Wärme. Für Feuchtbereiche können sie asphaltiert werden.
Korksteine im Normalformat eignen sich für leichte Gewölbe. Die Platten (bis $100 \times 50\text{ cm}$, 3 bis 6 cm stark) dienen als freistehende Zwischenwände zwischen Pfosten oder I-Profilen, stärkere Platten zur Giebel- und Wandisolierung bei Alt- und Neubauten.
Korkschalen und Segmente dienen zur Isolierung von Dampf- und Warmwasserleitungen. Für Kälteanlagen werden wasserdichte, bitumenbeschichtete (goudronierte) Schalen gefertigt. Ein vollständiger Schutz der Infusoritkorkbausteine gegen Feuchtigkeit lässt sich durch Asphaltieren derselben herstellen.
Das Infusoritkorkmaterial eignet sich ideal für leichte Zwischenwände, Gewölbe, Decken über kalten Durchfahrten, schalldichte Telefonzellen, Lazarettbaracken, als Träger- und Säulenummantelung im Brandschutz sowie zur Isolierung von Dächern, Kühlhäusern und Kesseln.
Die mineralisch gebundenen, feuersicheren Korkplatten von R. Stumpf in Leipzig-Plagwitz eignen sich ebenfalls hervorragend für Zwischenwände, Dachisolierungen, Kühlräume und Wandverkleidungen. Sie besitzen eine Bruchfestigkeit von 7,21 kg/cm² und eine Druckfestigkeit von 17 kg/cm² bei einem Gewicht von 0,25 bis 0,3. Vermauert wird mit Gips- oder Kalkmörtel, verputzt mit Gips oder Zement. Die Ummantelung von Eisensäulen schützt diese im Brandfall vor dem Verziehen oder dem Zerspringen durch Löschwasser.