Die Puzzolanerde ist ebenfalls ein vulkanisches Tuffgestein von gelber und roter Farbe, jedoch etwas weicher und leichter zerreibbar als der rheinische Trass . Sie wird am Golf von Neapel bei Pozzuoli abgebaut und auf dieselbe Weise wie rheinischer Trass verarbeitet und verwendet.
Die italienische Puzzolana ist eine vulkanische, lockere, weiche, gelblich-graue bis schwarze Tuffmasse. Sie besteht im Wesentlichen aus Kieselerde, Tonerde sowie Eisen- und Titanoxid und ist somit dem rheinischen Trass in ihrer Zusammensetzung sehr ähnlich. Die Verwendung der Puzzolane zur Mörtelherstellung ist bereits sehr alt (z. B. bei der Via Appia).
Die Verarbeitung der Puzzolane zu Mörtel erfolgt ebenso wie beim Trassmörtel. In Deutschland ist Puzzolana im Import zu teuer und wird daher meist durch hochwertige Sorten des rheinischen Trasses oder durch Zemente aus natürlichen hydraulischen Kalken ersetzt.
Die beste Puzzolana wird aus Civitavecchia bezogen.
Man unterscheidet folgende Hauptarten der Puzzolane :
- Die dichte, bröckelige, basaltähnliche Puzzolana, die aus harter, fester Lava und Basalt besteht und in kleine Splitter und Brocken zerfallen ist;
- die poröse Puzzolana, eine schwammige, leicht zerreibbare Lava, die zu feinem Mehl und kleinen Körnern zerfallen ist;
- die vom Bimsstein abstammende, jedoch seltener vorkommende Puzzolana;
- die tonige Puzzolana von rötlicher oder gelb-grauer Farbe und dichter, weicher Konsistenz. Sie schließt kleine Kristalle von schwarzem Turmalin sowie Nester von vulkanischem Chrysolith (Olivin) ein und wird meist an erloschenen, eingestürzten Kratern gefunden;
- Puzzolana, bei der durch den Kontakt von Wasser mit Lavaströmen die Masse zersetzt, weggeschwemmt und mit Fremdstoffen vermischt wurde – also quasi eine Mischform der übrigen Puzzolanen.
(Vgl. Tormin, R.: Zement und Kalk, ihre Bereitung und Anwendung zu baulichen Zwecken. Dritte Auflage. Leipzig, Verlag von Bernh. Friedr. Voigt.)