Abschnitt 149

d) Das Glätten, Hobeln, Schleifen und Polieren des Holzes

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Zunächst wird das zu glättende Holz behobelt, wozu man sich verschiedener Hobel beziehungsweise Hobelmaschinen bedient.

Unter Letzteren unterscheidet man:

  1. die Langhobelmaschinen mit rotierenden Messern (Planhobelmaschinen),
  2. die Querhobelmaschinen (Abrichtmaschinen), welche meist zur Vorbereitung für die Langhobelmaschine dienen.

Eventuell noch verbliebene Rauheiten werden mit der Ziehklinge, einem Schaber aus gehärtetem Stahlblech mit scharfen, rechtwinkligen Kanten, beseitigt. Die Ziehklinge ist etwa 10 bis 20 cm lang, 5 cm breit und 0,5 bis 1 mm dick.

Zum Abschleifen und Glätten fertiger Hobelarbeiten benutzt man Sand, Sandpapier, Glaspapier, Bimsstein usw. Das Abschleifen kann auch mit Schleifmaschinen durchgeführt werden.

Ein hoher Glanz wird dem Holz durch Polieren verliehen. Die Poren des Holzes werden dabei mit Harzen ausgefüllt, die dem Holz seinen Glanz verleihen.

Näheres über das Schleifen und Polieren von Holz findet sich in „Siddons Ratgeber in der Kunst des Schleifens, Polierens etc.“ (5. Auflage, S. 222 ff., Leipzig 1897; Verlag von Bernh. Friedr. Voigt).

, , zeigt eine Universal-Abrichthobel- und Fügemaschine der Erfurter Werkzeugmaschinenfabrik Gustav Prinz GmbH.

Diese Maschine ist wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit für jede Holzbearbeitungswerkstatt sehr zu empfehlen. Sie dient zum Abrichten, Fügen, Nuten, Federn, Kehlen usw. Das kräftige Gestell ist aus einem Stück gegossen, sodass die Maschine einen sicheren Stand hat. Die aus Stahl hergestellte Messerwelle läuft in sehr langen, am Gestell befindlichen Lagern, die mit einer Patentschmierung versehen sind.

Die beiden Tische sind unabhängig voneinander horizontal sowie vertikal verstellbar und haben eine Länge von 2,5 m. Zudem sind sie zur Messerwelle hin mit breiten Stahllippen versehen, um die Öffnung an der Messerwelle beim Hobeln möglichst klein zu halten. Außerdem ist die Maschine mit einem doppelt verstellbaren Führungslineal ausgestattet.

, , zeigt eine kombinierte Tischlereimaschine mit geschlossenem Messerwellenkasten aus der Holzbearbeitungsmaschinenfabrik von F. A. Dörner in Leipzig-Stötteritz.

Die Basismaschine (der Hauptbau) ist die Hobelmaschine, welche die Abrichtmaschine, Dicktenhobelmaschine und Kehlmaschine in sich vereint. An der Hobelmaschine können je nach Bedarf an- oder abgebaut werden: eine Kreissäge mit 300 mm Blattdurchmesser, eine Bandsäge mit 650 mm Rollendurchmesser, eine Langlochbohrmaschine bis 25 mm Lochweite sowie eine Fräsmaschine, die stark genug zum Zapfenschneiden, Abplatten von Türfüllungen usw. ist.

Hobelmaschinen, Universal-Abrichthobelmaschinen mit und ohne Füge- und Kehlmaschinen, mit und ohne Fräsapparat, Blitzhobelmaschinen, Walzenhobelmaschinen, doppelt wirkende Nut- und Spundmaschinen, große Rapidhobelmaschinen, vierseitig arbeitende Kehlmaschinen usw. werden außer von den genannten Firmen auch von der Maschinenfabrik C. Blumwe & Sohn, Akt.-Ges. in Bromberg-Prinzenthal, in hoher Qualität geliefert.

, , zeigt eine selbsttätig abdeckende Schutzvorrichtung für Abrichthobelmaschinen mit Einstellung für verschiedene Holzdicken, hergestellt in der Maschinenfabrik A. Goede in Berlin N., Chausseestraße 32.

Diese Schutzvorrichtung ist für die verschiedensten Abrichthobelmaschinen geeignet und deckt die Messerwelle bei allen gefährlichen Arbeiten ohne die geringste Beeinträchtigung ab, während bei der gefahrlosen Bearbeitung von außergewöhnlich hohen Werkstücken die Messerwelle sofort freigelegt werden kann.

Das über der Messerwelle liegende und dadurch schützende Wellblech kann je nach Hobelbreite in seiner Lagerung verschoben werden. Diese Führung mit zwei Rundstangen in einer an der Maschine befestigten Konsole dient zur Hoch- und Tiefstellung des Schutzbleches. Dabei ist das Schutzblech durch ein Gegengewicht so ausbalanciert, dass es mit geringem Übergewicht stetig nach unten strebt und durch das zugeführte Holz leicht angehoben werden kann. Für dieses Anheben bei Hölzern verschiedener Dicke ist eine handliche Einstellvorrichtung zur Begrenzung des Niedergangs des Schutzblechs angebracht. Das Anheben kann auch durch eine nach unten reichende Holzstange mit dem Fuß bewirkt werden. Für ein vorteilhaftes und gefahrloses Arbeiten wird das Holz über der Messerwelle mit leichtem Druck auf dem Schutzblech sicher gehalten. Als besonderer Schutz gegen Gefahren ist hervorzuheben, dass die aufgebogenen Seiten des Bleches als sogenannte Fingerabweiser rechtzeitig Warnung geben.

Diese Schutzvorrichtung wird am Oberteil einer Abrichthobelmaschine in , , als Vorderansicht und in , , als teilweise geschnittene Seitenansicht gezeigt, von welcher , , einen Schnitt nach x-y darstellt. Dazu gibt , , eine perspektivische Ansicht des Apparates mit der Abrichthobelmaschine, auf der gleichzeitig der Druckapparat zum Kehlen nebst den dazugehörigen beiden seitlichen Druckfedern dargestellt ist. Ein Schutzblech a liegt über der Tischöffnung und deckt dadurch die Messerwelle b ab. Für die gewöhnlichen Arbeiten ist die ganze Breite der Messerwelle bis zum Lineal überdeckt, während für das gefahrlose Überführen von hohen Hölzern das Schutzblech für die erforderliche Durchgangsbreite zurückgeschoben wird. Die Lagerung des Schutzblechs wird von zwei Rundstangen d d getragen, welche in einer an die Maschine geschraubten Konsole e zur vertikalen Auf- und Abbewegung geführt werden. Die beiden Rundstangen sind durch einen Quersteg f verbunden, an dem ein Seil über eine Rolle g mit dem Gewicht h zieht. Da dieses Gewicht etwas leichter als das Schutzblech samt Zubehör ist, liegt das Schutzblech ohne eigens angebrachte Begrenzung stets auf dem Tisch oder dem untergeschobenen Holz auf. Bei der Zuführung bewirkt das Untergreifen an der aufgebogenen Seite des Schutzbleches ein leichtes Anheben desselben.

Um das selbsttätige Anheben bei Hölzern verschiedener Dicke durch entsprechende Höhenstellungen des Schutzbleches zu ermöglichen, ist eine Einstellvorrichtung zur Begrenzung des Niedergangs des Schutzblechs angebracht. Das Anheben für das einzuführende Holz kann auch durch eine nach unten reichende Holzstange, wie sie nach , , anzubringen ist, mit dem Fuß bewirkt werden. Bei der Montage des Apparates wird der richtige Abstand zur Maschine durch eine Holzunterlage bestimmt.

Die Maschinenfabrik C. Blumwe & Sohn in Bromberg-Prinzenthal liefert ebenfalls Schutzvorrichtungen für Abricht-Hobelmaschinen usw. Die selbsttätig deckende Schutzvorrichtung an Abricht-Hobelmaschinen D. R. G. M. Nr. 119405 ist die vollkommenste ihrer Art, da sie die Tischöffnung für die Messer stets bedeckt hält; sie ist als Normalie der Norddeutschen Holz-Berufsgenossenschaft aufgestellt.

Datenansicht

Historische Abbildung einer Universal-Abrichthobel- und Fügemaschine (Fig. 205) aus Gusseisen.

Fig. 205

Historische Abbildung einer Universal-Abrichthobel- und Fügemaschine (Fig. 205) aus Gusseisen.

Historische Darstellung einer kombinierten Tischlereimaschine der Firma F. A. Dörner aus Leipzig-Stötteritz.

Fig. 206

Historische Darstellung einer kombinierten Tischlereimaschine der Firma F. A. Dörner aus Leipzig-Stötteritz.

Historische Darstellung einer selbsttätig deckenden Schutzvorrichtung an einer gusseisernen Abrichthobelmaschine der Firma A. Goede aus Berlin.

Fig. 207

Historische Darstellung einer selbsttätig deckenden Schutzvorrichtung an einer gusseisernen Abrichthobelmaschine der Firma A. Goede aus Berlin.

Technische Zeichnung der Seitenansicht einer selbsttätig deckenden Schutzvorrichtung für eine Abrichthobelmaschine.

Fig. 208b

Technische Zeichnung der Seitenansicht einer selbsttätig deckenden Schutzvorrichtung für eine Abrichthobelmaschine.

Technische Zeichnung der Vorderansicht einer selbsttätig deckenden Schutzvorrichtung für eine Abrichthobelmaschine.

Fig. 208a

Technische Zeichnung der Vorderansicht einer selbsttätig deckenden Schutzvorrichtung für eine Abrichthobelmaschine.

Schnittzeichnung einer selbsttätig deckenden Schutzvorrichtung für eine Abrichthobelmaschine.

Fig. 208c

Schnittzeichnung einer selbsttätig deckenden Schutzvorrichtung für eine Abrichthobelmaschine.