Abschnitt 300

Kalkfarben

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Kalkfarben dienen als einfachste und billigste Anstriche für Mauerwerk, Holz usw. Streicht man eine Mauer oder Wand einmal oder mehrmals mit Kalkmilch, nennt man dies Weißen. Da rein weiße Flächen für das Auge unangenehm sein können, setzt man der Kalkmilch Lackmus, Kupfervitriol oder andere kalkbeständige Farbkörper zu. Die mit diesen Mischungen hergestellten Anstriche färben jedoch ab und sind nicht witterungsbeständig. Deshalb setzt man den Kalkfarben Stoffe zu, die ein besseres Haften bewirken; hierzu dienen Heringslake, Seifensiederlauge, Soda-, Alaun- oder Kochsalzlösung, Milch, Leinöl oder Leinölfirnis. Schon ein Zusatz von nur 5 Prozent Leinölfirnis verleiht dem Kalkanstrich eine beachtliche Haltbarkeit.

Unter Kalkfarben versteht man entweder Farbkörper, die mit gelöschtem, gebranntem Kalk gemischt ihren Farbton nicht verändern, oder Mischungen aus Kalkmilch und kalkbeständigen Farben für den Innen- und Außenanstrich von Wänden und Mauerwerk. Diese Farben lassen sich leicht mit der Hand abreiben und werden vom Regen abgewaschen; sie weisen also nur eine geringe Haltbarkeit auf. Durch Zusätze von Leinöl, Blut, Milch oder Kasein versucht man, die Haltbarkeit zu erhöhen.

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