Einige Schutzmaßregeln zur Erhaltung des Holzes sind bereits unter dem Abschnitt „Holz“ angegeben worden; einige weitere, besonders Anstriche, seien im Folgenden noch angeführt.
Zum Anstreichen von Latten, Staketen und Brettereinfriedungen dient folgender Anstrich: Man nimmt frischen, gut verschlossen aufbewahrten Zement bester Art und reibt ihn mit Milch auf einem Reibstein an. Die Farbe muss die Dicke gewöhnlicher Ölfarbe erhalten. Das Holz, das damit angestrichen wird, darf nicht glatt abgehobelt, sondern muss rauh und gesägt sein. Ein zwei- bis dreimaliger Anstrich sichert das Holz nicht nur gegen den Einfluss der Witterung, sondern auch gegen Verbrennen. Das anzustreichende Holz muss vorher gut ausgetrocknet sein.
Ein steinharter Überzug auf Holz ist nach dem „Zentralbl. f. Wagenb.“ in folgender Weise herzustellen: Man erhitzt 50 Teile Harz mit 50 Teilen Kreide, 50 Teilen Sand und 4 Teilen Leinöl in einem eisernen Kessel, setzt 1 Teil Kupferoxid und mit Vorsicht 1 Teil Schwefelsäure hinzu. Nach sorgfältiger Mischung wird die Masse mit einem harten Pinsel noch heiß auf das Holz gestrichen. Fließt die Mischung nicht leicht genug, so setzt man noch Leinöl hinzu.
Ein nässewiderstehender Anstrich wird hergestellt aus $2\text{ kg}$ Steinkohlenteer, $2\text{ kg}$ Pech und $1\text{ kg}$ einer Mischung aus gebranntem Kalk und Kolophonium. Dies alles wird zusammengeschmolzen, warm auf das ausgetrocknete Holz mehrmals aufgetragen und der letzte Anstrich vor dem vollständigen Trocknen mit feinem Sand übersiebt.
Karbolineum . Zu den Holzkonservierungsmitteln gehört auch das Karbolineum , ein Destillationserzeugnis des Steinkohlenteers. Es ist ziemlich dünnflüssig, von lasierend brauner Farbe und wird vielfach zum Schutz des Holzes, das der Witterung ausgesetzt ist, angewendet.
Nach Untersuchungen von Berger ist die Wirkung des Karbolineums geringer als die des Steinkohlenteers der Gasfabriken, weil dem Karbolineum die Teersäuren (Karbolsäure) entzogen sind, welche gerade die wichtigsten Konservierungsmittel des Holzes ausmachen. Durch den Zusatz von Chlorzink ist das Fehlen dieser Stoffe nicht ganz wieder ausgeglichen.
Die mit Karbolineum ausgeführten Anstriche verblassen nach einiger Zeit; Ölfarbenanstriche dürfen auf Karbolineum nicht aufgebracht werden, da das Karbolineum durchshlägt.
Antinonnin . Das Antinonnin der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. in Elberfeld wurde ursprünglich zur Bekämpfung der Nonnenraupe mit Erfolg verwendet. Durch die Versuche der Professoren Miller und Harz und anderer Sachverständiger wurde festgestellt, dass das Antinonnin wegen seiner hervorragenden antibakteriellen Eigenschaften in der Bauhygiene und Bautechnik eine wichtige Rolle zu spielen bestimmt ist, da es imstande ist, die Entstehung des Hausschwammes (Merulius lacrymans und poliporus vaporarius) zu verhindern, den bereits entwickelten Pilz zu vernichten und eine Fortpflanzung der Pilzsporen aufzuheben.
Durch seine Desinfektionskraft ist Antinonnin imstande, den stets mit Feuchtigkeit verbundenen Schwamm- oder Pilzansammlungen vorzubeugen und, wo solche bereits bestehen, diese in kurzer Frist zu zerstören; es dient somit auch zum Trockenlegen feuchter Wände. Da das Antinonnin alle Mikroorganismen tötet, wird es zum Imprägnieren der Zwischenbodenfüllmassen verwendet, um hierdurch der Vermoderung, Fäulnis und den damit verbundenen üblen Gerüchen vorzubeugen.
Antinonnin-Karbolineum der Firma Malthan & Dallmeyer in Barmen, Sehlhofstraße 20, wird aus dem bekannten Antinonnin der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. in Elberfeld hergestellt und zeichnet sich durch hohe Konzentration aus. Es ist geruchlos und dient zur Trockenlegung feuchter Wände, zum Imprägnieren von Bauholz und Pfählen usw., zur Vernichtung von Pilzen und Schimmelbildungen, zur Beseitigung und Verhütung von Hausschwamm, zur Geruchbeseitigung in Senkgruben und Abwässern usw.
Mycothanaton (Schwammtod) der chemischen Fabrik Vilain & Co. in Berlin W., Leipzigerstraße 107, soll infolge seiner chemischen Zusammensetzung (mineralische und organische Stoffe) nicht nur den vorhandenen Hausschwamm beseitigen, sondern auch als Vorbeugungsmittel das Auftreten desselben verhüten. Mycothanaton ist eine klare Flüssigkeit und enthält weder giftige noch unangenehm riechende Stoffe.
Parketol des Höchster Lackwerks K. Braselmann in Höchst ist ein guter und dauerhafter Anstrich für Parkettböden, bei dem die Struktur des Holzes sichtbar bleibt. Parketol kann sowohl auf alten als auch auf neuen Böden verwendet werden. Auf farbig gestrichenen Böden angewendet, schützt Parketol die Farbe vor Abnutzung; es macht die Fußböden zwar glänzend, aber nicht glatt.