Abschnitt 320

1. Oelfirnisse

ca. 1 Min. · 0 Abbildungen · 0 Glossar

Sie werden aus möglichst altem, klarem und schnell trocknendem Leinöl hergestellt. Man mische 12 Gewichtsteile reines Leinöl mit 1 Teil Bleiglätte und lasse die Mischung 2 bis 3 Stunden kochen; oder: 100 Teile Leinöl, 6 Teile Bleiglätte, 5 Teile Wachs; die Mischung wird dick eingekocht und die klare Flüssigkeit abgegossen.

Leinölfirnis ist ein durch Kochen mit sauerstoffreichen Metalloxiden (Blei, Mangan) oxidiertes, d. h. mit großem Trocknungsvermögen ausgestattetes Leinöl. Durch Kochen wird jedes trocknende Öl mit einem größeren Trocknungsvermögen ausgerüstet, und zwar umso mehr, je länger man bei erhöhter Temperatur kocht. Guter Leinölfirnis ist etwas dickflüssiger als Leinöl, von gelber, braungelber, allenfalls rötlicher, aber nicht dunkel- oder schmutzigbrauner Farbe. Firnis muss, auf Glas gestrichen, binnen 12 bis 18 Stunden zu einem festen, elastischen, nicht klebenden Häutchen eingetrocknet sein.

Für weiße Anstriche werden die Firnisse mittels Manganoxiden hergestellt oder auch durch Sonnenlicht oder Chemikalien gebleicht.

Leinölfirnisse können als solche für Anstriche benutzt oder auch mit Ölfarbenzusätzen versehen werden.

Unter Sikkativ (Trockenöl) versteht man einen schnell trocknenden Ölfirnis, dem etwas Bleiglätte und Zinkvitriol oder borsaures Manganoxydul u. dgl. zugesetzt wird. Durch Zusatz von Sikkativ wird ein schnelleres Trocknen des Firnisanstrichs bewirkt.

Datenansicht

Keine Einträge

Keine Abbildungen für diesen Abschnitt.