Die Dauerhaftigkeit des Holzes hängt ab von:
- Vom Gefüge und dem Saftgehalt: Dichtes, festes Kernholz mit engen Jahresringen besitzt im Allgemeinen große Dauerhaftigkeit; auch Harzgehalt und fette Öle tragen dazu bei. Saftreiche Hölzer sind besonders anfällig für Wurmfraß, Fäulnis und Pilzbefall (Schwamm). Die Holzfaser an sich ist der Fäulnis nur wenig unterworfen, wohingegen der Saft wegen seines Gehalts an eiweißartigen Bestandteilen leicht in Gärung übergeht. Diese Stoffe werden unter dem Einfluss von Feuchtigkeit und Wärme durch den Sauerstoff der Luft leicht zersetzt und können diese Zersetzung dann auch auf die Holzfaser übertragen. Wird zum Beispiel frisch gefälltes und unentrindetes Nadel- oder Laubholz einige Tage warmer Witterung ausgesetzt, gehen die Säfte darin in Gärung und Fäulnis über und färben das unreife, saftreiche Splintholz bläulich; man sagt dann, es ist „erstickt“ oder „angelaufen“. Die Holzfaser selbst hat dabei zwar noch keinen Schaden genommen, und das rasch getrocknete Holz kann im trockenen Zustand noch verwendet werden; durch spätere Feuchtigkeitseinflüsse würde die unterbrochene Zersetzung der Saftsäuren jedoch sehr schnell wieder einsetzen.
- Vom Standort des Baumes: Holz, das im freien Stand gewachsen und von allen Seiten dem Licht ausgesetzt war, ist dauerhafter als solches, das im dichten Waldbestand aufgewachsen ist. Zu nährstoffreicher (fetter) Boden bewirkt bei Laubhölzern Saftfäule, bei Nadelhölzern Kern- und Rotfäule und beeinträchtigt die Haltbarkeit. Ein trockener Standort liefert im Allgemeinen besseres Holz als ein nasser. Nadelhölzer, die im Norden oder auf rauen Höhen gewachsen sind, erweisen sich als haltbarer als solche aus tiefer gelegenen Regionen; kälteres Klima erzeugt engere Jahresringe und somit festeres Holz.
- Vom spezifischen Gewicht: Wie schon erwähnt, ist bei mehreren Hölzern derselben Art im Allgemeinen das spezifisch schwerere auch das dauerhaftere.
- Von der Fällzeit: Über den Einfluss der Fällzeit auf die Haltbarkeit des Holzes wird viel gestritten. Einige der unterschiedlichen Ansichten seien im Folgenden genannt. Im Allgemeinen ist man der Ansicht, dass im Winter gefälltes Holz eine größere Haltbarkeit besitzt als im Sommer geschlagenes. Andere behaupten, dass die Fällzeit bei Laubhölzern ohne besonderen Einfluss sei, während sie bei Nadelhölzern eine große Rolle spiele, da im Winter gefälltes Nadelholz infolge des eingedickten Saftes besser gegen Fäulnis und Wurmfraß geschützt sei.
Das Fällen durch Entwurzeln bietet den großen Vorteil, dass man nicht nur einen längeren Stamm, sondern auch den gesamten Wurzelstock zur Nutzung erhält. Das Fällen der Stämme mit der Axt (Umschroten) geht zwar schneller als das Entwurzeln oder Sägen, hat aber den Nachteil, dass viel Holz als Späne verloren geht und am Wurzelstock verbleibt. Zudem besteht die Gefahr, dass der Stamm spaltet, besonders wenn nicht von der Gegenseite mit der Säge vorgeschnitten wird.
- Vom Ort der Verwendung: Bei dauerhafter Trockenheit ist die Lebensdauer von Holz fast unbegrenzt; allerdings büßen die meisten Hölzer mit der Zeit an Festigkeit ein, ohne dass eine direkte Zerstörung oder Zersetzung erkennbar wäre. Das Holz wird allmählich spröde, und selbst das Kernholz kann von Wurmfraß befallen werden. Unter Wasser hält sich Holz im Allgemeinen sehr lange; dies gilt besonders für Eiche, Weißbuche, Ulme, Erle, Kiefer und Lärche. Einige Holzarten wie Ahorn, Birke, Esche, Linde und Weide zersetzen sich im Wasser dagegen relativ schnell. Dort, wo Holz abwechselnd Nässe und Trockenheit ausgesetzt ist, ist es meist nur von kurzer Dauer. Zu den dauerhaftesten Hölzern gehören im Allgemeinen Eiche, Ulme, Lärche und Kiefer; zu den weniger dauerhaften Buche, Erle und Esche; als wenig dauerhaft gelten Birke, Pappel und Weide.
- Vom Einfluss der Wärme: Da Fäulnis weder bei Frost noch bei Temperaturen nahe dem Siedepunkt des Wassers entstehen oder sich ausbreiten kann, sondern nur im mittleren Temperaturbereich, zeigt sich hieraus der deutliche Einfluss der Temperatur auf die Haltbarkeit des Holzes.