Teer entsteht durch die trockene Destillation organischer Stoffe unter Luftabschluss, zum Beispiel wenn man Holz, Steinkohle, Braunkohle, Torf, bituminösen Schiefer usw. destilliert. Teer ist eine braune bis schwarze, dickflüssige Masse von sirupartiger Konsistenz und mit einem eigentümlichen Geruch; sie ist leicht entzündlich und wirkt antiseptisch (fäulniswidrig).
Der Teer, der bei Bauarbeiten verwendet wird, ist entweder Holzteer oder Steinkohlenteer. Holzteer wird beim Brennen von Holzkohle aus harzreichen Hölzern gewonnen. Er besteht aus dem eigentlichen Teer, der braun, fettig und dickflüssig ist, und der sogenannten Teergalle, die mehr wässrige Bestandteile enthält. Steinkohlenteer wird neben Holzanstrichen auch für Anstriche von Mauerwerk, Eisenteilen, Eisenrohren usw. genutzt. Wasserfreier Steinkohlenteer eignet sich zudem zum Imprägnieren von Mauersteinen und Dachziegeln. Mit Teer getränkte Ziegelsteine eignen sich unter Verwendung von künstlichem Asphaltkitt sehr gut zum Bau von Wasserbehältern, Jauchegruben, Säurebecken usw.
Holzteer, auch flüssiges Pech genannt, wird aus alten, harzreichen Wurzeln und Baumstümpfen von Nadelhölzern (Fichte und Kiefer) gewonnen. Diese Holzteile werden geschwelt, das heißt trocken erhitzt. Dabei sondert sich eine dünne, gelbliche oder bräunliche Flüssigkeit ab, der sogenannte weiße Teer, der zur Destillation des Kienöls dient. Die bei der Schwelerei später austretende, dunklere und dickere Masse ist der Wagenteer, während die zuletzt gewonnene, schwarzbraune Masse der Schiffsteer ist. Werden die beiden letztgenannten Stoffe in offenen Kesseln so lange erhitzt, bis alle leicht flüchtigen Bestandteile ausgetrieben sind und eine entnommene Probe beim Abkühlen fest wird, so erhält man das Pech (Schuster- oder Schiffspech).
Dieses dient zum Kalfatern von Schiffen, zum Wasserdichtmachen von Tauwerk und Segeln, für Kitte usw. sowie für Pflasterungen, den sogenannten Pechmakadam, der dem Asphaltbeton ähnelt.
Der Teer wird hauptsächlich zum Anstrich von Holzkonstruktionen verwendet, um diese vor Witterungseinflüssen zu schützen. Zudem wird Holzteer, mit anderen Stoffen vermischt, für verschiedene Anstriche sowie zur Herstellung von Lehmdächern verwendet und auch anstelle von Steinkohlenteer zur Fertigung von Dachpappe genutzt.
Steinkohlenteer wird heute größtenteils als Nebenprodukt bei der Herstellung von Leuchtgas gewonnen. Er wird ähnlich wie Holzteer verwendet, insbesondere zur Herstellung von Dachpappe, künstlichem Asphalt usw. Da im Handel beiden Teerarten häufig Wasser zugesetzt wird, was ihre Qualität erheblich verschlechtert, sollte man beim Kauf darauf achten, dass der Teer möglichst dickflüssig ist.
Ein Anstrich mit Holzteer oder Steinkohlenteer muss mindestens alle zwei Jahre – und dort, wo er starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, mindestens jedes Jahr – erneuert werden. Der erste Anstrich muss mit heißem, dünnflüssigem Steinkohlenteer erfolgen, der zweite mit etwas dickerem, eingekochtem Teer, dem man etwas Staubkalk zusetzt.
Ein Anstrich mit Teergalle, den wässrigen Bestandteilen des Holzteers, ist weniger dauerhaft als ein Anstrich mit eigentlichem Teer.
Dachpix (Teerzement) von Klemann & Co. in Berlin SO, Köpenickerstraße 48/49 (D.R.P. Nr. 64680). Dachpix oder Teerzement ist ein wetterbeständiger Ersatz für Dachteer, Dachlack usw. zur Eindeckung und Instandhaltung von Pappdächern. Ein Anstrich mit Dachpix bietet Metalldächern und Eisenkonstruktionen Schutz vor Rost und Verwitterung. Dachpix wird auch mit Farbzusätzen in allen Farben als Anstrich und Rostschutz für Eisenkonstruktionen, Papp- und Metalldächer, Holz usw. empfohlen. Weiterhin eignet sich Dachpix zur Isolierung von Mauerwerk und zum Schutz von Wänden gegen Säuredämpfe (vgl. Jeep, Der Asphalt, 2. Aufl., Leipzig 1899, Bernh. Friedr. Voigt, S. 178 bis 183).