Abschnitt 229

Eigenschaften des Portlandzements

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Der Zement stellt ein scharfes, kristallines Pulver von grauer Farbe dar, die meist einen deutlich grünen Ton aufweist. Diese grünliche Farbe wird oft ohne sachlichen Grund als Qualitätsmerkmal geschätzt. Das spezifische Gewicht des Portlandzements liegt meist über 3,0, sodass die üblichen Zementfässer mit einem Inhalt von annähernd 1 hl etwa 200 kg Zementpulver fassen.

Je nach der Zusammensetzung und dem Grad des Brennens bindet das Zementpulver mit Wasser langsam oder rasch ab. Zemente, welche die höchsten Festigkeitsgrade erreichen, binden immer langsam ab. Sofern rasch bindende Zemente nicht für bestimmte Arbeiten im Wasserbau unerlässlich sind, sind langsam bindende stets vorzuziehen.

Mörtel aus reinem Zement muss bei Erzeugnissen ersten Ranges nach 14 Tagen eine Festigkeit von mindestens 25 kg auf 1 cm² und bei Mischungen aus 1 Teil Zement und 4 Teilen Sand eine Festigkeit von mindestens 4 kg auf 1 cm² aufweisen. Gut gelungene Zemente übertreffen diese Anforderungen oft um das Doppelte.

Reiner, scharfer Sand und reines Wasser sind bei Mörtelmischungen aus Portlandzement noch dringender erforderlich als bei gewöhnlichem Mörtel . Wenn diese Bedingung erfüllt ist, sind Mischungen aus 1 Teil Zement und 8 bis 10 Teilen Sand noch als Luftmörtel zu gebrauchen.

Erhärteter Zement wird von allen Säuren angegriffen, die sich mit ihm zu löslichen Kalksalzen verbinden, vornehmlich von Salpeter-, Salz- und Essigsäure. Diejenigen Säuren hingegen, die unlösliche oder schwer lösliche Salze mit dem Zement bilden, greifen ihn gar nicht oder nur sehr wenig an. Dazu gehören Schwefelsäure, schweflige Säure und Flusssäure. Kali, Natron, Ammoniak und die Alkalien im Allgemeinen greifen erhärteten Zement nicht an. Auch durch Teer und Mineralöl wird erhärteter Zement nicht angegriffen; fette Öle, Gerbsäure sowie Milchsäure wirken dagegen nachteilig auf ihn ein. Abwasser (Kanalwasser) greift den Zement nicht an, sofern es keinen starken Säuregehalt besitzt. Gegen Gärungsstoffe ist Zementmörtel unempfindlich. Mit möglichst dichtem Zementputz ausgekleidete Behälter für Melasse, Wein, Spiritus und Laugen haben sich gut bewährt, ebenso abzementierte Malztennen.

Zement und Eisen. Durch Versuche ist festgestellt, dass Eisen durch das Einmauern in feuchten Zementmörtel nicht rostet und dass das Eisen durch die luft- und wasserdichte Zementumhüllung dauerhaft gegen Rosten geschützt bleibt. Voraussetzung ist, dass bei der Einbettung des Eisens sorgfältig verfahren wird und in der Zementmasse keine Risse entstehen können.

Bauschinger ermittelte als Haftfestigkeit (Adhäsionsfestigkeit) zwischen Eisen und Zement 40 bis 47 kg auf 1 cm²; der Zement haftet also ungemein fest am Eisen.

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