Abschnitt 311

Holzbeizen

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Holzbeizen dienen zum Färben von Holz, wobei aber nicht wie beim Anstrich die Textur des Holzes verdeckt wird, sondern eher noch kräftiger zum Vorschein kommt. Das Beizen des Holzes kann entweder durch die gesamte Dicke erfolgen, besonders bei dünnen Brettern und Furnieren, oder auch nur an der Oberfläche geschehen.

Linden- und Ahornholz lässt sich leicht durch Teerfarbstoffe beizen, Fichten- und Tannenholz weniger gut; Ahorn- und Fichtenholz erhalten durch eine Lösung von doppeltchromsaurem Kali in Wasser eine gelbe, Eichenholz durch seinen Gerbstoffgehalt eine dunkelbraune Färbung. Durch Salmiakgeist wird Eichenholz schön braun gefärbt; Salpetersäure färbt alle Hölzer gelb; übermangansaures Kali färbt alle Hölzer braun; durch doppeltchromsaures Kali wird Buchenholz braun gefärbt.

Indurinfarbe. Indurin von Gebr. Mayer in Esslingen ist eine wetterfeste, waschbare Anstrichfarbe für äußere und innere Wandflächen. Sie kommt als weißes Pulver in den Handel, das nur mit Wasser angerührt wird; es haftet sodann ohne jedes Bindemittel auf jedem festen Untergrund, besonders auf Mauerwerk, Zementguss, Holz, Eisen usw. Indurin ist geruchlos, giftfrei und lässt sich abwaschen, nachdem es fest geworden ist. Neben der Wetterbeständigkeit dieser Farbe auf Kalk- oder Zementputz ist noch hervorzuheben, dass sie auch auf Zinkblech haftet.

Holz ist durch einen Anstrich mit Indurin einigermaßen gegen Feuersgefahr geschützt, da dieses unbrennbar ist; deshalb kann man Indurin auch zum Anstrich von Heizkörpern gebrauchen, da es durch die ausstrahlende Wärme keine Veränderung erleidet.

Pinol der Firma „Deutsche Vertriebsgesellschaft Pinol“ in Nürnberg, Kornmarkt 8, ist ein neues Anstrich-, Trocken- und Desinfektionsmittel aus der Freiherr von Brennerschen Pinolfabrik zu Gainfarn bei Wien, das aus dem gehaltvollsten Harz der Schwarzkiefer hergestellt wird. Diese gedeiht in solcher Mächtigkeit und Ergiebigkeit nur auf dem heißen Boden der südlichen Abhänge des Wienerwaldes (Vöslau-Gainfarn).

Giftfrei und nicht ätzend ergibt Pinol, den Kalk- und Erdfarben beigemischt, schöne und dauerhafte Anstriche für Fassaden und Wohnräume. Ferner eignet sich Pinol zur Trockenlegung feuchter Wände, zur Verhütung und Vernichtung von Pilz- und Schimmelbildung sowie Hausschwamm, und zur Konservierung von Bauholz, Zäunen usw. Daneben hat sich Pinol als billiges und gutes Mittel zur Insektenvertilgung bewährt.

Asphalt- und Teerfarben finden nur beschränkte Anwendung; sie dienen als Ersatz für Ölfarben, haben einen durchdringenden Geruch, der auch nach dem Trocknen noch anhält, und werden erst nach langer Zeit oder auch gar nicht hart. Sie werden auf Stein und ungehobeltem Holz, gelegentlich auch auf Eisen und Eisenblech verwendet.

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