Abschnitt 60

ϑ) Das Färben, Glasieren und Mustern der Ziegelsteine

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Durch Eisenoxidul wird Ton grün bis schwarz gefärbt, durch Eisenoxid bei schwachem Brand mattrot, bei scharfem Brand (Hartbrand) rot bis violett und bei der Klinkerung blauschwarz. Bei sehr geringem Eisenoxidgehalt und starkem Brand ist die Farbe des Tons weiß (z. B. bei Kaolin), bei etwas höherem Eisenoxidgehalt braun und grau (z. B. bei plastischem, feuerfestem Ton), bei Magnesiagehalt gelb. Ein Gehalt an Eisenoxid und Kalk färbt den Ton bei schwachem Brand rot bis fleischrot, bei scharfem Brand gelblichweiß bis schwefelgelb, bei Klinkerung gelbgrün bis grün und bei vollständiger Verglasung schwarz.

Der Ton kann also je nach Zusammensetzung und Brenntemperatur fast alle Farben in allen Abstufungen annehmen. Auch die chemische Beschaffenheit des Brennstoffs beeinflusst die Färbung der Steine.

Glasursteine sind seit dem frühesten Altertum bekannt (z. B. aus Babylon). Heute werden völlig rissfreie Steine in allen Farben hergestellt, deren Glasuren sich selbst an extrem exponierten Mauerflächen hoher Turmhelme als frost- und wetterbeständig erweisen.

Die Glasur trägt nicht zu einer größeren Haltbarkeit der Ziegel bei, sondern dient lediglich der Zierde. Niemals wird ein Ziegel durch Glasieren wetterbeständiger; die Haltbarkeit kann sogar stark leiden, wenn ein nur teilweise glasierter Ziegel Wasser aufsaugt und dieses gefreit. In diesem Fall kann der Frost die Glasur mitsamt Teilen des Steins absprengen. Verblender selbst werden meist nicht komplett glasiert; man setzt im Verblenderbau glasierte Ziegel gezielt als Schmuckelemente ein. Diese besitzen meist Bleiglasuren, also glasartige Überzüge, deren Schmelzbarkeit und Haltbarkeit vom Bleigehalt abhängen. Dachziegelglasuren hingegen sind Erd- oder Bleiglasuren. Erstere enthalten kein Bleioxid und erfordern höhere Schmelztemperaturen, weshalb sie nur auf hart brennbarem Ziegelmaterial angewendet werden können; auch sie dienen der Zierde oder Farbgebung des ohnehin wetterbeständigen Materials. Entscheidend für die Haltbarkeit einer Glasur is ein möglichst übereinstimmender Ausdehnungskoeffizient von Tonscherbe und Glasur, um Risse oder Absplitterungen zu vermeiden. Auch das Verhältnis von Tonerde und Kieselsäure in der Glasur ist für deren Beständigkeit wichtig.

Eine einfache Glasur, beispielsweise für Tonrohre, erhält man durch das Einstreuen von Salz in den glühenden Ofen. Die Salzdämpfe erzeugen auf den Oberflächen der Tonwaren einen mattglänzenden, haltbaren Überzug. Die Abkühlung muss hierbei sehr langsam erfolgen, da die Glasur andernfalls Risse bekommt oder abspringt.

Die farblosen Glasuren unterteilen sich in:

  1. Erdglasuren (aus Feuersteinpulver, Tonerde und Alkalien bestehend),
  2. Bleiglasuren,
  3. Emailglasuren (zinnoxidhaltig),
  4. Erdalkaliglasuren (Lüster).

Zur Herstellung farbiger Glasuren stellt man zuerst ein Flussmittel her und gibt anschließend die Farbpigmente hinzu.

Das Engobieren. Unter einer Engobe versteht man einen Beguss, der auf ungebrannte Tonwaren aufgebracht und beim Brand fest mit ihnen verschmolzen wird. Dieser Beguss besteht aus feinstem Tonschlamm, der dem Tonstück eine gleichmäßigere Oberfläche verleiht. Bisweilen dient die Engobe auch dazu, der Oberfläche eine andere Brandfarbe zu geben. Die Oberfläche einer fertigen Engobe ist im Gegensatz zum Glanz von Glasuren stets stumpf.

Das Engobieren erfolgt entweder durch Eintauchen der Tonstücke in die geschlämmte Tonmasse oder indem man sie mit dem Tonschlamm begießt oder bespritzt. Die Konsistenz des Tonschlamms hängt einerseits davon ab, wie trocken die zu engobierenden Tonwaren beim Eintauchen oder Begießen sind, und andererseits von der Deckkraft der Engobe selbst. Wenn man die dunkle Brandfarbe eines Tonstücks mit einer hellen Farbe abdecken möchte, muss die aufgetragene Schicht dicker sein, als wenn man eine helle Brandfläche dunkel färben will.

Wenn man die Tonziegel, so wie sie vom Former oder von der Presse kommen, engobiert, haftet die Engobe schon beim Trocknen fester, und die Verbindung der Engobe mit der Grundmasse wird nicht ausschließlich durch das Feuer bewirkt. Der zum Engobieren verwendete Ton muss sich in seinen Eigenschaften der Grundmasse möglichst anpassen. Er soll also dieselbe Schwindung sowohl beim Trocknen als auch beim Brennen besitzen und nahezu dieselbe Temperatur zum Garbrand erfordern wie die Grundmasse.

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